Aufgrund von Verletzungen und Sperren, ein Umstand, welcher sich durch die bisherige noch junge Saison zieht, musste Trainer Marcel Christen seine Mannschaft wieder auf mehreren Positionen umbauen. Kevin Harwardt gab hinten rechts für den angeschlagenen Ron Uteß sein Startelf-Debüt in der Kreisliga, Kevin Müller und Kapitän Hendrik Netz bildeten für den gesperrten Sebastian Teske und dem Trainer selbst die Innenverteidigung. Letzterer hütete nämlich diesmal das Pelsiner Tor. Nico Franz ersetzte auf der rechten Außenbahn Abdi Abdullahi. Bereits zum Abschluss der vergangenen Spielzeit erlebten die Pelsiner einen äußerst spielstarken Gastgeber auf dem Kunstrasenplatz an der Torgelower Gießerei-Arena. Der FC Vorpommern ging damit leicht favorisiert ins Spiel.
Von Beginn an übernahmen die Vorpommern das Spielgeschehen und ließen den Ball flüssig laufen. Immer wieder suchten sie dabei den Weg über die rechte Pelsiner Abwehrseite Richtung Tor. Christen im Tor musste so gleich das ein oder andere Mal eingreifen, zeigte allerdings gute Reflexe, um einen frühen Rückstand zu verhindern. Der PSV zwang den spielerisch überlegenen Gegner mit viel Körperlichkeit in Zweikämpfe. So brachte man die Gastgeber immer wieder aus dem Rhythmus, die sich dennoch in der Anfangsphase eine Chancenplus erarbeiten konnte. Währenddessen versuchte der PSV, über Umschaltmomente Nadelstiche zu setzen, die zunächst jedoch ohne echte Torgefahr blieben. Die Führung der Vorpommern entstand nach gut 20 Minuten allerdings über eine Standardsituation. Aus gut 20 Metern fälschte die Pelsiner Mauer einen direkten Freistoß unhaltbar für Christen im Kasten ins Netz ab. Nur sieben Minuten später legten die Gastgeber nach: Ein Steilpass genau in die Schnittstelle zwischen Außen- und Innenverteidigung ermöglichte es Roeseler allein auf das Pelsiner Tor zuzulaufen und diese Chance ließ er sich nicht nehmen, um das 2:0 zu erzielen. Der PSV schüttelte sich anschließend kurz und kam daraufhin selbst zu ersten Chancen. Nach einer Unstimmigkeit der hoch aufgerückten Abwehrkette des FC Vorpommern konnte Michel Geserick plötzlich frei auf das gegnerische Tor zu laufen, scheiterte beim Abschluss jedoch am Torhüter. Wenig später kombinierte sich das Team um Kapitän Netz sehenswert nach vorn. Hirsch steckte über links durch zu Johannes Fischer, der von der Grundlinie in den Rückraum spielte, doch vorm einschussbereiten Lars Herkules konnte gerade noch ein Verteidiger klären. Kurz vor der Pause sollte dann aber doch noch der wichtige Anschlusstreffer gelingen: Müller klärte einen weiteren Steckpass der Angreifer und der Ball kam perfekt in den Lauf von Marouf Toure. Dieser scheiterte noch am stark reagierenden Torwart Günther, doch der Abpraller landete genau vor seinen Füßen und der Beniner traf zum 2:1 (39.).
Der Anschlusstreffer brachte den Mut und Selbstvertrauen in den Reihen der Pelsiner zurück, welche im zweiten Durchgang vom Anstoß weg zum Ausgleich kommen wollten. Den langen Ball in den gegnerischen Sechzehner erreichte Geserick, welcher per Lupfer zum Erfolg kommen wollte, jedoch das Tor knapp verfehlte. Großer Jubel dann in der 52. Minute: Toure zirkelte aus halbrechter Position einen Freistoß aus knapp 20 Metern sehenswert in den rechten oberen Knick zum 2:2-Ausgleich! In der Folge wirkten die Akteure des FC Vorpommern verunsichert und der PSV kam immer besser ins Spiel. Mittlerweile erspielten sich die Pelsiner sogar ein Chancenplus, doch die ersehnte Führung sollte nicht fallen. Ausgerechnet der Top-Torschütze der letzten Saison suchte an diesem Tage vergeblich seinen Torriecher. Mitten in diese Drangphase der Gäste schlug der FC Vorpommern eiskalt zurück. Nach einer starken individuellen Einzelaktion erzielte Sidi M’Baba die erneute Führung für die Gastgeber (72.). Kurz darauf kassierte der PSV zu allem Überfluss auch noch den dritten Platzverweis im dritten Spiel. Doppeltorschütze Marouf Toure war bereits verwarnt und ging zu hart in einen Zweikampf in der gegnerischen Hälfte und sah dafür zurecht die Ampel-Karte (73.). Den darauffolgenden Freistoß schlug Vorpommern weit in den PSV-Strafraum, wo Mietzner per Kopf verlängerte und Christen auf dem falschen Fuß erwischte. Die Kopfball-Bogenlampe segelte zur Vorentscheidung über den Keeper hinweg in die Maschen (74.). Wegen unsportlicher Provokation sah auch ein Akteur der Gastgeber in der Schlussphase ebenfalls die gelb-rote Karte, am Ausgang änderte dies jedoch nichts mehr. Kurz vor dem Schlusspfiff probierte es Breitsprecher einfach nochmal aus gut 30 Metern, auch hier sah Christen nicht gut aus und die Kugel segelt ebenfalls unter die Latte ins Tor (88.).
Unterm Strich geht der FC Vorpommern als verdienter Sieger vom Feld, weil sie nicht nur spielerisch dominant auftraten, sondern vor allem ihre Torchancen nutzten. Der PSV gab sich jedoch zu keinem Zeitpunkt geschlagen, holte einen Zwei-Tore-Rückstand auf und war in dieser Phase drauf und dran selbst in Führung zu gehen. Es fehlte jedoch an der entscheidenden Effizienz. Am Ende wurde es durch zwei Torwart-Schnitzer etwas deutlicher als es der Spielverlauf hergab. Es gilt, das positive aus dem Spiel mitzunehmen und am kommenden Samstag gegen die SG Blau-Weiß Leopoldshagen/Einheit Ueckermünde vollen Fokus auf den ersten Heimsieg zu richten.
FC Vorpommern - Pelsiner SV 5:2 (2:1)
Tore: 1:0 Breitsprecher (21.), 2:0 Roeseler (27.), 2:1 Toure (39.), 2:2 Toure (52.), 3:2 M’Baba (72.), 4:2 Miezner (74.), 5:2 Breitsprecher (88.)
So spielte der PSV: Christen - Fischer, Müller, Netz ©, Harwardt (52. Kosanke) - Hirsch, Wolframm - Herkules (78. Engler), Toure (73. Gelb-Rot), Franz - Geserick
15.09.2026

