Erst Start nach Maß, dann Einladungen an den Gegner - PSV mit 5:1 (2:1)-Auftaktniederlage in Torgelow

Es sollte ein mit Spannung erwarteter Auftakt der Kreisliga II in die neue Spielzeit 2026/2027 werden. Obwohl der Pelsiner SV auch den deutlichen besseren Start erwischte, ließ man die Gastgeber unnötig zurück ins Spiel kommen. Als das Spiel in Halbzeit zwei dem Schiedsrichter komplett aus den Händen fiel, manövrierte sich das Team Kapitän Hendrik Netz endgültig auf die Verliererstraße.

Das Pokalaus gegen die mit etlichen Landesklasse-Akteuren aufgestockte zweite Mannschaft des Penkuner SV musste der PSV teuer bezahlen. Mit Damon Hahn, Nico Wolframm und Paul Hirsch fielen gleich drei Akteure mit Knöchelverletzungen für das Auftaktspiel in der Kreisliga II aus. Für das Gastspiel beim Absteiger aus der Kreisoberliga, dem BSV Forst Torgelow kehrten immerhin Lars Herkules, Ron Uteß und Michel Geserick in die Mannschaft von Trainer Marcel Christen zurück. Nach dem Abgang von Marvin Lüdemann geht der Pelsiner SV vorerst ohne echten Stammkeeper in die neue Spielzeit, sodass mit Co-Trainer Ricardo Frost wieder einmal die spielerische Variante zwischen den Pfosten startete. 

Und der PSV erwischte den deutlich besseren Start. Nach gut sechs Minuten probierte es Kapitän Netz selbst mit einem satten Schuss aus der zweiten Reihe, der jedoch nur denkbar knapp am linken Pfosten vorbeirauschte. Auf der rechten Außenbahn gab Nico Franz sein Startelfdebüt und er sollte auch gleich am ersten Treffer der neuen Saison beteiligten sein: Mit dem zweiten Versuch brachte der 18-jährige eine Flanke von der rechten Strafraumkante an den Fünfmeterraum, wo der Top-Torjäger der letzten Saison, Michel Geserick die noch abgefälschte Flanke mit vollem Risiko per Fallrückzieher sehenswert am gegnerischen Torwart vorbei ins Netz katapultierte (9.). Mit der frühen Führung im Rücken gelang es den Pelsinern jedoch nicht die nötige Ruhe in sein Spiel zu bringen, zu schnell verlor man in dieser Phase im eigenen Aufbau immer wieder die Bälle. Die Förster aus Torgelow suchten immer wieder über die schnellen Außen den Weg nach vorn, doch immer wieder konnte die Pelsiner Defensive noch ein Körperteil dazwischen bringen, sodass es nie wirklich gefährlich wurde. Nach einer guten Viertelstunde dann der Regelfauxpas von Frost im Tor. Bedrängt von einem Angreifer warf dieser den Ball zunächst hoch, um ihn anschließend direkt wieder aufzufangen, was natürlich einen indirekten Freistoß aus 15 Metern vor dem Tor nach sich zog. Den Freistoß konnte die Mauer zwar blocken, doch das Spielgerät prallte direkt zu Torgelows Sonntag, der seelenruhig den Ball verarbeiten und anschließend per Dropkick im langen Eck unterbrachte (17.). Mit diesem Ausgleich aus dem Nichts fand der PSV jedoch wieder besser in die Partie. Was nun nach und auffiel, war die äußerst kleinliche Leitung des Unparteiischen, welcher vor allem bei Kommentaren zu seinen Entscheidungen, sofortmit einer Verwarnung drohte, mochten diese noch so harmlos sein. In der Folge kontrollierten die Pelsiner das Spiel und erarbeiteten sich auch die ein oder andere Torchance, um wieder in Führung zu gehen. Die größte bot sich Trainer Christen selbst, nachdem Geserick eine Ecke am langen Pfosten in die Mitte köpfte, wo der erfahrene Mittelfeldspieler mit dem starken linken Fuß freistehend zum Abschluss kam, die Kugel jedoch nicht richtig traf und Keeper René Budde den Versuch leicht entschärfen konnte. Ein Freistoß von Herkules aus gut 25 Metern touchierte noch den rechten Außenpfosten. Kurz vor dem Halbzeitpfiff kamen die Förster noch einmal nach vorn: Eine Ecke konnte zunächst aus dem Strafraum durch die Gäste geklärt werden, beim zweiten Versuch gab es danach ein wildes durcheinander, bei dem Teske gleich zweimal angeschossen wurde und irgendwie bringt Jules Budde das Leder tatsächlich im Pelsiner Kasten unter (43.).

Verärgert über die schmeichelhafte Pausenführung der Gastgeber wollten die Pelsiner im zweiten Durchgang mit viel Schwung zurückkommen. Doch durch viele kleinliche Entscheidungen des Schiedsrichters entstand kein Spielfluss mehr. Als man dann doch mal durch das Mittelfeld kombinierte, fehlte es an Konzentration, um dies zu Ende zu führen, was die Förster gnadenlos bestraften. So war es nach einem Konter Danny Wenzel, der den BSV ein drittes Mal Jubeln ließ (54.). Das Team um Kapitän Netz wollte sich jedoch noch nicht geschlagen geben, doch der Schiedsrichter begann, überzogene gelbe Karten zu verteilen. Nach einem falschen Einwurf ärgerte sich Uteß über sich selbst, der Unparteiische wertete dies unverständlicherweise als Meckern und verwarnte ihn. Ein folgender Hinweis über das eigene Ärgernis von Teske wurde ebenfalls mit Gelb bedacht. Kurz darauf der nächste große Aufreger. Nach einem Freistoßpfiff für den PSV will Fischer den Ball zum Ort des Geschehens passen, ein Torgelower ging dazwischen. Zum nächsten Unverständnis aller wurde dies als ausgeführter Freistoß gewertet, obwohl das Spielgerät nicht ansatzweise ruhte. Die Aufregung der Pelsiner nutzt Philipp Thiele zum 4:1 aus (62.). Eine brutale Fehlentscheidung vom Schiedsrichter, nichtsdestotrotz darf der PSV hier nicht mit dem Spielen aufhören. Die Stimmung heizte sich durch diese merkwürdige und mittlerweile auch einseitige Spielleitung immer weiter auf, sodass der Fokus komplett verloren ging. Bei einem Abstoß rutschte Frost unglücklich ab, was Jules Budde mit dem 5:1 bestrafte (68.). 

Der Deckel war drauf, doch der PSV war auf Ergebniskosmetik aus und erspielte sich weiter Chancen. Immer mehr häuften sich nun allerdings die fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen gegen den PSV, was die Stimmung nun auch schon beim mitgereisten Anhang zum Überkochen brachte. Es ist schon bezeichnend, wenn Spieler eine gelbe Karte erhalten, wenn man lediglich darauf hinweist, dass keine Abseitsposition vorlag oder die Förster mehrfach (!) Freistöße an die Pelsiner zurückspielten. Der Höhepunkt war eine gelb-rote Karte gegen Kevin Müller, der sich über ein nicht gepfiffenes klares Handspiel beschwerte.

Am Ende blieb es beim 5:1 für die Gastgeber vom BSV Forst Torgelow, die aufgrund ihrer Effektivität und der zweiten Halbzeit verdient als Sieger hervorgehen – wobei das Ergebnis wahrscheinlich etwas zu hoch ausfiel. Schade jedoch, dass einem die Freude und der Spaß an diesem Flutlichtspiel nicht durch die eigene Leistung und die Niederlage, sondern durch eine Vielzahl falscher Entscheidungen und ein hochnäsiges Auftreten des Schiedsrichters genommen wurde. Am kommenden Samstag gibt es für den PSV im Derby in Blesewitz die Chance, Wiedergutmachung zu betreiben.

BSV Forst Torgelow - Pelsiner SV 5:1 (2:1)

Tore: 0:1 Geserick (9.), 1:1 Sonntag (17.), 2:1 J. Budde (43.), 3:1 Wenzel (54.), 4:1 Thiele (62.), 5:1 J. Budde (68.)

So spielte der PSV: Frost - Fischer, Müller, Teske (81. Möller), Uteß - Herkules (88. Engler), Christen, Netz ©, Franz (46. Wolff) - Geserick, Toure

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01.09.2026