Hochmotiviert reiste die voll besetzte Mannschaft von Chef-Trainer Marcel Christen zum Saisonfinale nach Torgelow, um den letzten Schritt zum Erreichen des dritten Tabellenranges zu vollziehen. Dafür war ein Auswärtssieg beim FC Vorpommern Voraussetzung, um nicht auf Schützenhilfe aus Viereck angewiesen zu sein, wo der Vierecker SV Pelsins ärgsten Konkurrenten, den SV Pommern Pasewalk empfing. Vom Anpfiff weg wurde jedoch schnell klar, dass der Kunstrasen an der Torgelower Gießerei-Arena den Gastgebern zu Gute kam. Der FC Vorpommern konnte hier seine spielerischen Vorteile immer wieder zur Geltung bringen und kontrollierte so das Spiel. Der PSV musste sich so zumeist auf Umschaltsituationen einstellen, zeigte sich im letzten Angriffsdrittel zu oft ideenlos, um beispielsweise Top-Torjäger Michel Geserick in Szene zu setzen. So kam es kaum zu echten Torchancen für das Team um Kapitän Hendrik Netz. Vorpommern versuchte dagegen mit schnellen Pässen das Mittelfeld zu überbrücken und so die schnellen Außenspieler in die Tiefe zu schicken. Der Abwehrverbund um Routinier Sebastian Teske wurde so immer wieder vor Herausforderungen gestellt. Die Pelsiner Kreisliga-Fußballer hielten mit viel Wille und Einsatz dagegen, um immer wieder ein Körperteil dazwischen zu bekommen und so gute Chancen der Hausherren zu verhindern. Auch Torwart Marvin Lüdemann spielte immer wieder gut mit und verhinderte durch getimetes Herauslaufen oder Paraden einen Rückstand. So war es ein individueller Fehler, der den FC Vorpommern zur Führungen verhalf. Ein langer Abstoß flutschte Verteidiger Hannes Dützmann unter der Sohle durch, womit Saif M’Baba freie Bahn hatte, Lüdemann mit einer Körpertäuschung aussteigen ließ und den Ball zum 1:0 ins Tor schob (32.). Doch die Pelsiner Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Auf Höhe der Mittellinie bekam Teske viel Platz, spielte die Kugel anschließend an die rechte Strafraumkante zu Marouf Toure, der diese mit dem ersten Kontakt stark verarbeitete und flach im kurzen Eck zum schnellen Ausgleich unterbrachte (33.). Sinnbildlich für den leidenschaftlichen Einsatz des PSV war kurz vor der Pause Linksverteidiger Johannes Fischer, der im letzten Moment mit einer sauberen Grätsche im Strafraum klärte und einen weiteren möglichen Rückstand verhinderte.
In der Halbzeitpause wurde klar, dass es sich hier um ein absolutes Geduldsspiel handelte, welches beide Mannschaften unbedingt für sich entscheiden wollten. Nach einer guten Stunde gab es dann erneut eine Schrecksekunde, als Dützmann nach einem Distanzschuss liegen blieb. Der Abwehrspieler verdrehte sich bei der Aktion unglücklich das Knie, wodurch die Kniescheibe heraussprang. Erinnerungen an die schwere Verletzung von Florian Wegner im Gastspiel bei Rot-Weiß Ahlbeck kamen ins Gedächtnis. Dützmann konnte nach kurzer Zeit jedoch selbständig aufstehen und mit Unterstützung das Feld verlassen. Zur Sicherheit wurde er trotzdem mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, wo ein Abriss der Patellasehne diagnostiziert und bereits eine OP anberaumt wurde – wir wünschen „Dützi“ alles erdenklich Gute für die anstehende Genesung! Bassam Fousseni kam anschließend in die Partie und brachte auf der Außenbahn frischen Wind ins Spiel und sorgte so immer wieder für gefährliche Durchbrüche. Die Gastgeber vom FC Vorpommern hatten weiterhin mehr Spielkontrolle und die besseren Gelegenheiten. In der 75. Minute brachen sie einmal über die linke Pelsiner Abwehrseite durch, der Pass in die Mitte ging durch alle hindurch und gelang am langen Pfosten zu Sidi M’Baba, der den FC Vorpommern erneut in Führung brachte. Der PSV rannte in der Folge immer wieder an und bekam allmählich immer mehr Spielanteile. Aufgrund der Verletzungsunterbrechung gab es mit 13 Minuten auch eine sehr üppige Nachspielzeit, in welcher die Christen-Elf erneut zurückschlug. Nach einem kurz ausgeführten Abstoß presste Geserick sofort und eroberte so den Ball im gegnerischen Strafraum. Fousseni chipte von dort an den langen Pfosten zum eingewechselten Rachid Mohammad, der das Spielgerät annahm und sofort per Drehschuss am Keeper vorbei ins Netz zum 2:2-Ausgleich traf (90.+2). Danach spielten die Pelsiner weiter nach vorn, um den für Platz drei notwendigen Sieg einzufahren. Vorpommern wirkte dagegen immer müder und kam nur noch selten nach vorn. Als sie dann doch mal wieder im Strafraum auftauchten, nahm ein Angreifer einen Griff von Kevin Müller an seinen Arm dankbar und es gab Strafstoß für die Gastgeber. Spielertrainer Leon Fengler schoss diesen ins linke untere Eck – Lüdemann war zwar dran, konnte den Einschlag aber leider nicht verhindern (90.+10) Doch auch diesmal gab sich der PSV nicht geschlagen und warf nochmal alles noch vorn. Müller brachte einen Freistoß von der Mittellinie noch einmal weit in den Strafraum, wo Geserick per Kopf in die Mitte zurücklegte, wo Ron Uteß aus ca. 15 m Volley abzog und die Kugel zum umjubelten 3:3 in die Maschen drosch (90.+12)!
Danach war Schluss und der PSV verdiente sich durch eine unbändige Moral einen Punkt beim spielstarken FC Vorpommern. Allerdings gewann Pommern Pasewalk in Viereck, wodurch sich ebenfalls auf 42 Punkte stellten, aufgrund des Torverhältnisses aber die Pelsiner hinter sich ließen. Leider reichte es so nicht mehr für die beste Platzierung seit elf Jahren, nichts desto trotz können die PSV-Akteure stolz auf eine insgesamt starke Saison zurückblicken!
FC Vorpommern – Pelsiner SV 3:3 (1:1)
Tore: 1:0 Sa. M’Baba (32.), 1:1 Toure (33.), 2:1 Si. M’Baba (75.), 2:2 Mohammad (90.+2), 3:2 Fengler (90.+10/FE), 3:3 Uteß (90.+12)
So spielte der PSV: Lüdemann – Fischer, Dützmann (65. Fousseni), Teske (77. Mohammad), Uteß – Netz ©, Müller – Hirsch, Wolframm, Toure (90.+10 Abdullahi) – Geserick
Auf der Bank: Abdirahman, Franz, Engler, K. Harwardt
08.06.2026

